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Wir danken den „Lambacher Nachrichten“ recht herzlich für das ausführliche Interview mit unserem Fußballkoordinator Roman Rankl.
Das Interview beschäftigt sich sehr intensiv mit unserer Schule und im speziellen mit unserem Fußballschwerpunkt. Wer gerne liest oder starkes Interesse an unserer Ausbildung hat, erhält hier viele interessante Infos und Einblicke.

Das ganze Interview hier zum Nachlesen: 

Als regionales Zentrum für talentierte Fußballer verfolgt die Sportmittelschule Lambach das Ziel, die Schüler sowohl sportlich als auch persönlich weiterzuentwickeln. Im Gespräch mit dem Fußballkoordinator werfen wir einen Blick auf die vielfältigen und innovativen Projekte, die die Schule im Bereich Fußball umsetzt und sprechen auch über die einzigartige Kombination aus leistungsorientierter Ausbildung und einer breiten Basisförderung für alle, die einfach gerne Fußball spielen

 „Die freundlichen Fußballer, die zum Training laufen“, so kennen viele Spaziergänger an der Traun eure Schule.
Hoffentlich (grinst.) Dass unsere Kinder grüßen und sich ordentlich benehmen, ist uns wichtig und eine logische, grundsätzliche Erwartungshaltung. Den Weg zum Training und retour nutzen wir als Ausdauertraining. Die Leute werden uns hoffentlich auch emotional, aktiv und lachend erleben … denn das alles braucht es, um sich entwickeln zu können. Wir selbst merken auch, dass manchmal Leute stehenbleiben und zusehen oder sich nach einem Training auch schon mal Gespräche ergaben. Das freut uns natürlich …

Was zeichnet die Ausbildung der Sportmittelschule Lambach aus?
Es geht uns darum, dass sich die Kinder entwickeln können – sowohl im Fußball als auch persönlich. Unser fußballerisches Konzept verfolgt zwei Schienen: eine leistungsorientierte Ausbildung für ambitionierte Spieler und eine Basisförderung für alle, die einfach Spaß am Spiel haben und besser werden möchten. Unser schulisches Konzept gibt uns den Leitfaden, beziehungsorientiert und fächerübergreifend zu arbeiten und die Kinder zur Selbstorganisation zu erziehen.

Beziehungsorientiert und fächerübergreifend. Was heißt das?
Schnell erklärt, lässt es sich so skizzieren: Zirka sechs Lehrer unterrichten gemeinsam einen Jahrgang. Weil sie hauptsächlich diese beiden Klassen (also beispielsweise die beiden zweiten Klassen mit 48 Kindern) unterrichten, kennen sie die Kinder sehr gut und können auf sie und ihre Stärken/Schwächen eingehen. Und um den Stoff gut zu vermitteln, werden rund um ein großes Thema fächerübergreifende Inhalte gestaltet.

Unsere Fußgänger hören euch teilweise auch Englisch am Sportplatz reden. Hängt das mit einem fächerübergreifenden Projekt zusammen?
Ja, genau. Fußball-Englisch ist eines unserer Projekte, um den Fußball auch sprachlich zu nutzen. Etwa die Hälfte unserer Trainings findet auf Englisch statt. So möchten wir Sprachhemmungen abbauen, für Praxisanwendungen sorgen und gleichzeitig das Interesse an einer wichtigen Fremdsprache fördern. Das ist ein aufbauendes Konzept, das ganz einfach startet. Der Anteil des tatsächlich englisch Gesprochenem soll sich kontinuierlich steigern.

Selbstorganisiert, Fußballenglisch, 100 Mal Jonglieren! Kritische Stimmen meinen, dass die Sportmittelschule Lambach sehr anspruchsvoll ist …
Das ist natürlich eine spannende Aussage. Anspruchsvoll zeugt ja auch von Qualität. Einerseits ist es daher schön, einen guten Ruf zu haben, andererseits kommt diese Wahrnehmung häufig aus einer unangebrachten Panikmache. Bevor sich Kinder und deren Eltern für unsere Schule entscheiden, ist uns sehr wichtig, dass sie unsere Ideen und unser Konzept genau kennen und sich damit identifizieren können. In weiterer Folge ist es entscheidend, dass Kinder, die zu uns kommen, lernbereit sind und den Wunsch mitbringen, sich zu verbessern. Egal ob sportlich oder schulisch. Und in beiden Bereichen setzen wir schrittweise, klare Lernziele für eine Reise mit unterschiedlichen Zielen.

Unterschiedliche Ziele?
Manche wollen nach der Mittelschule einen Beruf ergreifen, andere wollen in eine weiterführende Schule. Für beide Bereiche wollen wir die Kinder vorbereiten und die etwaigen Stärken finden. Ebenso ist es im Fußball. Manche wollen Profisportler werden, andere guten Fußball in der Region spielen. Dass dabei die Vorbildung von großem Vorteil sein kann, ist natürlich. Wenn wir vorab von Talenten wissen, kann man auf einem anderen Ausbildungsniveau starten oder auf einer soliden Technik aufbauen. Es kann aber auch vorkommen, dass wir schulische, handwerkliche oder sportliche Talente erst bei uns in der Schule entdecken. Zwei Jungs, also zwei ehemalige Schüler, haben gerade Profiverträge als Fußballer unterschrieben, die waren in keiner Leistungseinrichtung, bevor sie zu uns kamen. Das zeigt, dass auch solche Wege möglich sind. Andererseits …

Ja, andererseits?
Finde ich es als Fußballkoordinator extrem schade, dass sich immer wieder auch Kinder bewerben, die wichtige Basistechniken nicht können, obwohl sie schon längere Zeit Fußball spielen. Deshalb freue ich mich sehr über Vereine, die einerseits selbst viel Wert auf eine technische Ausbildung ihrer Kinder legen oder die sogar mit uns im Austausch sind und unsere Trainingsinhalte einbauen bzw. mit den Kindern die Inhalte unserer Aufnahmeprüfungen üben.

Was bietet ihr noch an, um die Kinder weiterzuentwickeln?
Neben den regulären Trainings bieten wir auch jedes Jahr einen Schiedsrichtervortrag an, bei dem ein Bundesligaschiedsrichter mit den Kindern arbeitet. Das fördert nicht nur Fairplay, sondern könnte auch dazu führen, dass einige Kinder sich überlegen, selbst Schiedsrichter zu werden. Im Sommer setzen wir auch auf „Brasilianerspiele“ – Streetsoccer, Beachsoccer und Footvolley. Diese alternativen Fußballspiele sind nicht nur eine Abwechslung zum normalen Training, sondern sie helfen uns, spielerisch und mit sehr viel Freude intensiv an wichtigen Aspekten wie etwa an der Technik, der Sprungkraft, der Beweglichkeit und an der Antrittsschnelligkeit zu arbeiten.

 

Ab hier finden Sie zusätzliche Fragen zum Interview der Lambacher Nachrichten! 

Wie sieht es mit Spielen aus? Werden auch Spiele ausgetragen?

Ja, natürlich. Wir spielen mit unseren Kindern auf verschiedenen Ebenen. Wir haben Freundschaftsspiele und Turniere mit unseren Jahrgängen und zwei Schülerligamannschaften, die klassenübergreifend ein Team bilden. So haben alle Kinder neben ihrer Vereinstätigkeit die Möglichkeit, Spielerfahrungen auf unterschiedlichen Niveaustufen zu sammeln. Die erste Mannschaft spielt im Leistungsbewerb gegen Schulen aus Linz, Ried und Steyr, während die zweite Mannschaft bei regionalen Meisterschaften spielt.

Für mich sind dabei zwei Dinge wichtig: Einerseits möchte ich, dass wir gegen Heimatvereine unserer Spieler spielen und damit auch den Austausch mit den Vereinen erhöhen, andererseits möchte ich, dass wir uns neue Eindrücke holen. Deswegen war es heuer beispielsweise toll, dass die Mannschaft von Diamant Linz unserer Einladung gefolgt ist …

Diamant Linz?

Ja. Das ist ein Verein, der im Erwachsenenbereich Futsal-Bundesliga spielt und die auch schon Wert auf eine Nachwuchsarbeit in diesem Bereich legen. Sie sind da zu unserem Futsalturnier gekommen, dass wir mit unseren zweiten Klassen gemacht haben. Das war schon interessant, welche Dinge die machen, um die Kinder zusätzlich zu fördern und fordern. Einer ihrer Trainer spielt übrigens selbst im Futsal-Nationalteam … da konnten auch wir uns etwas abschauen … und vor allem waren die Kinder stark gefordert und mussten an ihre Leistungsgrenzen gehen!

Zurück zu eher schulischen Fragen: Wie viele Kinder habt ihr in der Schule?
Pro Jahrgang haben wir ca. 48 Kinder, etwa die Hälfte wird im Fußballschwerpunkt ausgebildet, die andere Hälfte genießt eine allgemeinsportliche Ausbildung.

Und woher kommen die Kinder?
Der Großteil kommt aus den umliegenden Gemeinden, aber wir haben auch Schüler, die weite Fahrtstrecken auf sich nehmen, zum Beispiel aus Traunkirchen, Bruckmühl oder in der Vergangenheit auch aus Mondsee.

Kommen die nur wegen dem Fußball?
In ihrer Entscheidungsfindung spielt natürlich der Fußball eine entscheidende Rolle. Wie oben schon erwähnt, ist uns aber die Identifikation mit unserer Konzept, unserer Idee sehr wichtig und weisen wir auf eine Gesamtausbildung hin. Im sportlichen Bereich gibt es eine „Gesamtausbildung“, die fußballerische und allgemeinsportliche Dinge beinhaltet, im schulischen wird großer Wert auf fachspezifische und soziale Aspekte geachtet und das alles soll bei der Schulwahl berücksichtigt werden.

Gibt es bestimmte Anforderungen, wie gut Kinder Fußballspielen können müssen, um bei euch aufgenommen zu werden?
Nein, es gibt keinen festgelegten Standard. Wir haben eine begrenzte Anzahl an Plätzen, etwa 24 für den Fußballschwerpunkt. Wer die sportliche Aufnahmeprüfung besteht und bei den Fußballtestungen bei den 24 besten dabei war, dem können wir einen Ausbildungsplatz anbieten. Die Inhalte der Aufnahmeprüfung stehen ganzjährig auf unserer Homepage. Mit Erklärvideos zum Üben … und gerne kann man bei Fragen dazu auch einmal anrufen. Wir helfen sehr gerne.

24! Das hört sich nach einer guten Anzahl an.
Das sehe ich auch so. Ich war sehr lange Zeit Leiter des Ausbildungszentrums (LAZ). In dieser Zeit ging es mir nicht gut damit, dass ich so vielen Kindern absagen musste. Im Fußballschwerpunkt kann ich vielen lernwilligen Kindern zusagen. Da ich gerne fördere und unterstütze, geht es mir da auch persönlich viel besser damit … und wie sich deutlich zeigt, lässt sich bei Jugendlichen häufig keine zuverlässige Prognose stellen.

Was meinst du damit?
Dass Spieler des österreichischen Nationalteams in keiner Akademie aufgenommen wurden. Dass Michael Jordan und Cristiano Ronaldo gesagt wurde, dass sie keine Leistungssportler (Profis) werden können und auch Hermann Maier aus dem Ski-Förderzentrum gefallen ist. 10-, 11-, 12-Jährige können sich noch so gut entwickeln, wenn sie die Lernbedingungen bekommen und diese auch nützen! Da lässt sich noch wenig sagen.

Habt ihr da konkrete Belege und Beispiele dafür?
Die beiden Jungs, die kürzlich einen Profivertrag unterschrieben haben, habe ich schon erwähnt. Beide waren zum Zeitpunkt des Eintritts in unsere Schule in keiner Fördereinrichtung. Um ganz konkret zu sein, nenne ich regionale Beispiele: Oliver Anwar aus Lambach war in den ersten beiden Jahren bei uns noch kein Leistungsspieler. Der war selbst in der Schule häufig in der nicht leistungsorientierten Gruppe, entwickelte sich dann aber hervorragend und schaffte über das FmB (Verein Fußball mit Bildung) schließlich auch den Weg in das Nachwuchszentrum des FC Hertha Wels. Ebenso nach Wels schaffen es unsere aktuellen Abgänger Andrej Bilbija und Lino Breitwieser, auch die beiden schafften es davor in kein Leistungszentrum.

Wie geht es dann denen, die schon in einem Leistungszentrum sind?
Denen bieten wir meiner Meinung nach ein perfektes Umfeld, um ihre Leistungsspitze weiter nach oben zu schieben. Wenn sie die Trainingsreize annehmen und das Umfeld nützen, erhöhen sie ihre Chance in eine Akademie zu kommen stark. Dabei helfen uns und den Kindern natürlich auch die Kooperationen, da wir ja mit mehreren Leistungsfördereinrichtungen zusammenarbeiten. Die Entwicklung der Kinder steht dabei absolut im Vordergrund. Vielen von ihnen empfehle ich unser Ganztagesmodell, um Fahrtwege zu sparen und die Zeit effizient zu nützen!

Ganztagesmodell
Nach der Schule können die Kinder bei uns essen gehen und danach in einer Lernstunde gemeinsam mit Lehrern Hausübungen erledigen oder lernen. Je nach Trainingszeit können sie danach noch in die Nachmittagsbetreuung gehen oder direkt zum Training fahren, teilweise holen sie sogar Transportbusse unserer Kooperationspartner ab. Wenn man das geschickt anlegt und nützt, kommt man nach dem Training daheim an und hat alles erledigt … da bleibt dann sogar noch freie Zeit, was neben Schule und leistungsorientiertem Sport während der Woche zum Luxus werden kann.

Können Kinder auch später noch zu euch kommen, wenn sie erst später merken, dass sie eure Schule besuchen möchten?
Ja, das gibt es. Momentan bekommen wir viele Anfragen von Kindern, die ursprünglich andere Wege gegangen sind. Manche haben das Gymnasium probiert und es nicht geschafft, andere haben sich aufgrund des Fahrtweges für eine Schule im Heimatort entschieden. Wenn uns jemand verlässt, weil die Schule nicht ideal war, können wir neue Plätze anbieten. Aber grundsätzlich bevorzugen wir Kinder, die sich von Anfang an für uns entscheiden und mit denen auch wir eine enge Zusammenarbeit aufbauen können. Aktuell ist es leider auch so, dass wir einige auf der Warteliste haben, weil in diesen Jahrgängen einfach kein Platz mehr ist.

Wir danken für das ausführliche Gespräch und wünschen weiterhin alles Gute!